Du oder Sie im Personal Training – Das ist hier die Frage

Du oder Sie – das ist hier die Frage!

Was ist die richtige Ansprache für den Klienten?

Um es direkt vorweg zu schicken. Es geht hier nicht darum, dass wir als Personal Trainer einen Klienten immer siezen müssen und nicht duzen dürfen. Mir ist aber wichtig, Dich dafür zu sensibilisieren, im Vorfeld genau darüber nachzudenken.

Ich erlebe sehr oft, dass Personal Trainer zu ihren Klienten im Kennenlerngespräch oder spätestens bei der Anamnese folgenden Satz sagen: „Wir machen ja hier gemeinsam Sport, dann können wir uns ja auch duzen.“

Sicherlich gibt es unterschiedliche Betrachtungsweisen dieser Situation. Aber eines habe ich in 18 Jahren Personal Training für mich geklärt: Wir machen im Personal Training keinen Sport! Sport kann der Klient um die Ecke im Sportverein machen und das meistens sehr gut. Wir sind Personal Trainer und bieten unvergleichbar viel mehr als  „nur“ Sport. Deswegen zählt für mich diese Begründung für ein „Du“ nicht. Abgesehen davon, kann ich aus meiner Coaching- Erfahrung heraus sagen, dass es Menschen mit einer hohen Ausprägung des Lebensmotivs „Ehre“ gibt. Wenn ein Mensch „Ehre“ hoch ausgeprägt hat und ich biete ihm, ohne ihn zu kennen, einfach mal so das „Du“ an, dann kann dies dazu führen, dass ich den Klienten völlig „überfahre“ und er sich, allein aufgrund dieses Angebotes von mir, am Ende nicht für mich als seinen Personal Trainer entscheidet.

Ich bin heute mehr denn je der Meinung, dass stets der Klient mir das „Du“ anbietet und nicht ich ihm. Mir ist bewusst, dass ein „Du“ im Personal Training oftmals auch zu einem trainingsoptimierenden Umgang führen kann, sprich, ich kann den Klienten durch eine persönlichere Ansprache mehr herausfordern und ggfs. auch mehr motivieren. Ich habe aber auch schon oft erlebt, dass ein „Sie“ genauso gut funktioniert.

Mit dem Klienten, den ich über den längsten Zeitraum und zwar seit 1998 betreue, bin ich heute immer noch per „Sie“. Es wäre mir unvorstellbar, diese Respektsperson zu duzen und daher möchte ich Dich dafür sensibilisieren im Vorfeld wirklich genau darüber nachzudenken. Warum nicht warten, bis der Klient mir das „Du“ anbietet. Ich bin mir sicher, es gibt hier kein „richtig“ und kein „falsch“. Es obliegt aber mir als Personal Trainer, meinen Klienten mit dem Angebot nach dem „Du“ nicht zu übergehen.

4 Kommentare
  • Maike Canzler
    Veröffentlicht um 08:54h, 06 April Antworten

    Ich sehe das ganz genauso wie du. Es gibt Kunden, die ich seit über 10 Jahren betreue und immer noch sieze. Insgesamt sieze ich 80 Prozent meiner Kunden und für ein gutes Training ist das auch kein Problem!

  • Ken Niestolik
    Veröffentlicht um 16:42h, 11 April Antworten

    Mittlerweile sehe ich das ebenfalls so – doch ich hatte in den vergangenen 8 Jahren erst eine Klientin die nicht sofort beim „du“ war. Derzeit duze ich alle meine Schützlinge, ohne Sie zuerst dementsprechend anzusprechen.

    Aus meiner Erfahrung liegt es auch stark an dem Zielklienten und der eigenen Persönlichkeit. Und spontan aus dem Bauch wäre eine Betreuung über Jahre mit einem „Sie“ eine spannende Herausforderung für mich. Ich bin gespannt auf kommende Erfahrungen…

  • businesscoach
    Veröffentlicht um 17:37h, 11 April Antworten

    Lieber Ken!
    Ob es eine Herausforderung für Dich ist, einen Klienten nach jahrelanger Zusammenarbeit zu Siezen, glaube ich nicht. Dafür bist du viel zu versiert und erfahren. Meinen längsten Klienten betreut ich jetzt seit über 17 Jahren. Ihn sieze ich immer noch und es wäre mir unvorstellbar, diesen Menschen zu duzen. Und wie du sagst, es spielt ja immer auch das Thema Persönlichkeit des Klienten und meine eigene mit. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Klientenbetreuung.

  • Torsten
    Veröffentlicht um 17:44h, 13 April Antworten

    Hallo.

    Ein spannendes Thema, aber letzlich doch auch recht einfach. Erziehung und Höflichkeit gebieten es, dem älteren Kunden diesen Schritt zu überlassen beim „Sie“ zu bleiben, oder zum „Du“ zu wechseln. Ich habe Klienten, die ich schon über ein Jahrzehnt kenne, und mit denen ich immernoch beim „Sie“ bin.
    In den Anfängen meiner Arbeit war es mir sogar angenehmer, dass beim „Sie“ geblieben wurde, das hatte eine entspannte Distanz.
    Ich handhabe es für mich so, dass bei jungen Klienten unterhalb von 20 Jahren, angesprochen wird, welche Anrede ihnen angenehmer ist.

    In diesem Sinne.

    LG Torsten

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