Personal Training Eginhard Kieß

01. Juni 1997 – frisch aus dem Schwarzwald als arbeitsloser Diplomsportlehrer angekommen, beschloss ich: Ab heute bin ich Personal Trainer.

Ich kann es kaum glauben, dass das bereits 20 Jahre her ist. Inspiriert vom Stern-Beitrag über den Bodyguard der nach Hause kommt, dachte ich mir in meiner Naivität, das mache ich auch, das kann ich auch. Statt arbeitslos im Schwarzwald, zog ich wieder nach Köln zurück, weil ja nun mal alle Promis aus der RTL-Welt und alle anderen auch, auf mich warten.

So war meine Denke damals.

Meine Geschichte ist, denke ich, bekannt; knapp ein Jahr später hatte ich immer noch keinen Klienten. Eine schmerzhafte Erfahrung mit dem Riesenvorteil, dass ich heute weiß, wie es NICHT geht.

Zu genau kann ich mich auch noch an die 5. Trainingseinheit mit meinem 1. Klienten erinnern, der mir am Ende sagte: „Eginhard, Du bist viel zu billig und Du hast keine Ahnung. Komme von Deinem Diplomsportlehrerdasein herunter und lerne unternehmerisch zu denken.“

Paffffffff, das hatte gesessen! Das Schlimme: Recht hatte er.

Nun bin ich 20 Jahre weiter und einfach nur dankbar. Ich arbeite noch immer sehr gerne als Personal Trainer und kann mir keinen anderen Beruf mehr vorstellen. Hätte ich das vor 20 Jahren gedacht? Nein! Ich habe ehrlicherweise mir gar keine Gedanken darüber gemacht, was in 5, 10 oder gar 20 Jahren sein wird. Zu der damaligen Zeit gab es eine Handvoll Personal Trainer: Rupert Fehler, Bernhard Fricke, Stefan Otto, Ulrike Zecher, Jörg Mahl, Torsten Fleischer, Jörn Giersberg und noch ein paar wenige mehr. Untereinander kannten wir uns nicht und zum Glück hat sich das geändert. Die Branche Personal Training versteht immer mehr, dass wer langfristig erfolgreich sein will, sich mit anderen austauscht, man sich zusammensetzt.

Ich habe damals einfach angefangen und probiert. Ich habe viele Fehler gemacht, über die ich heute schmunzeln kann, auch wenn sie mich damals viel Geld gekostet haben. Egal, denn das wichtigste war: Ich habe gemacht. Deswegen liebe ich ja auch das Zitat:

„Unternehmen kommt von unternehmen und nicht von unterlassen.“

Und das ist wohl das Wichtigste, was ich nach 20 Jahren als Erkenntnis mitnehme. Es kommt auf unser Tun als Personal Trainer an. Es kommt darauf an, dass wir daran glauben, was wir tun. Es kommt darauf an, dass wir lieben, was wir tun. Noch viel besser hat das mal der deutsche Unternehmer Heinz Meloth gesagt:

„Wie Du etwas tust, ist genauso wichtig wie das, was Du tust…, deshalb:
Was immer Du tust…

… tue es mit Wert, sonst ist es wertlos!
… tue es mit Lust, sonst ist es lustlos!

… tue es mit Liebe, sonst ist es lieblos!
… tue es für einen Zweck, sonst ist es zwecklos!
… tue es mit Sinn, sonst ist es sinnlos!

Erfolg ist die Summe der richtigen Entscheidungen!“

Der Blick in die Zukunft

Ich weiß, dass mit großer Sicherheit viele Kollegen die gerade loslegen sich ebenso wie ich damals keine Gedanken darüber machen, was in 5, 10 oder 20 Jahren ist. All denjenigen möchte ich mit auf den Weg geben: Personal Trainer zu sein, ist kein Job. Es ist kein Beruf, den ich nicht mal soeben mache und mal schaun, in 3 Jahren vielleicht was anderes. Wir tragen Verantwortung; für uns, für unsere Klienten und für unser Umfeld. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass ich von diesem Beruf leben kann, geschweige denn eine Familie ernähren kann. Heute weiß ich: Ja, ich kann. Jedem Kollegen kann ich nur darin bestärken, sich ein ernsthaftes Business als Personal Trainer aufzubauen, denn es lohnt sich, in vielerlei Hinsicht. Es ist kein leichter Beruf. Er erfordert viel Kraft und kostet extrem viel Energie. Aber Menschen helfen zu können, ist eine wunderbare Aufgabe, egal in welchem Bereich. Und das können wir als Personal Trainer.

Ich sehe für unseren Beruf eine rosige Zukunft. Wir werden gebraucht. Wir können bei der derzeitigen Entwicklung der Gesellschaft quasi nicht arbeitslos werden; weder im gesundheitlichen Bereich, noch im menschlichen. Und deswegen freue ich mich auf die nächsten …. nun ja, 20 Jahre als Personal Trainer will ich schon noch durchhalten.

Bin ich stolz auf mein Wirken?

Ja, ich bin stolz, dass ich nach 20 Jahren immer noch sagen kann: Ich habe meinen Traumberuf als PREMIUM PERSONAL TRAINER gefunden. Ich bin dankbar für all die (Lebens-)Erfahrungen, die ich in dieser Zeit sammeln durfte. Wenn ich heute sagen darf, dass ich erfolgreich bin, dann deswegen, weil ich so wundervolle Klienten betreuen darf, die mir stets helfen bei Fragen, weil ich so offene und bereichernde Kollegen kennenlernen durfte, die mir bereitwillig von ihren Erfahrungen erzählten, weil ich ganz wunderbare Eltern habe, die mir so vieles in die Wiege gelegt haben und weil ich eine so verständnisvolle Frau und Familie habe, die mich ständig unterstützen, mir gut zureden und mir ganz viel Kraft geben. Ich danke Euch allen von Herzen!

PS: Das Titelbild ist nicht etwa meine Ankunft in Köln. Es entstand als Ausbildungsarbeit von Andrea Dingeldein, die vor 20 Jahren Fotografin wurde. Ich arbeite heute immer noch mit ihr zusammen und sie zählt für mich zu den Besten. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen.

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